Die Stadt wandelt sich von einem analogen, zu einem komplexen digitalen Datenraum: Datenströmen und Datenschichten überlagern die Stadt und erzeugen ein permanentes Spannungsverhältnis zwischen physisch, virtuellem und mentalem Raum.

Das Projekt RE:TOUR thematisiert diese universelle Vernetzung: Mit Hilfe einer Software lassen sich Stadtraum und Alltagshandlungen in praktische "digitale Informationseinheiten" zerlegen und re-kombinieren. Auf diese Weise werden neue Stadtalgorithmen generiert, die als Karte ausgedruckt und im Realraum ausgeführt werden können.
 
RE:TOUR Konzept
Das finale Konzept zum Projekt RE:TOUR kann als PDF Dokument heruntergeladen werden:

retour.pdf [1.65 MB]
 
RE:TOUR Screenshots
Software Ameldung, Layer 01, Layer 02, Layer 03, Karte generieren, Falten

Karte Vorderseite, Rückseite

Module Raumfilter 01, Raumfilter 02, Ort 01, Ort 02, Handlungsanweisung 01, Handlungsanweisung 02, Wegbeschreibung

Markierung Magic Square
 
RE:TOUR Software
Die Software wurde mit Macromedia Director 8.5 in Lingo programmiert. Die Schnittstelle zum Server wird über ein PHP Skript hergestellt und die Daten in einer MYSQL Datenbank gespeichert. Die Karten werden über die in PHP integrierte PDFlib Library dynamisch als PDF Dokumente generiert.

Die Software lässt sich auf den Betriebsystemen Windows 2000 und XP installieren oder direkt von der Installations-CD starten. Es braucht eine permanente Internetverbindung und die Software Acrobat Reader muss auf dem Computer installiert sein.

retour.zip [4.36 MB]

ACHTUNG: Karten können zwar jederzeit generiert werden, die RE:TOUR Markierungen im realen Stadtraum sind allerdings nur während angekündigten Eventwochen zu finden.
 
RE:TOUR Videodokumentation
Eine Stadttour anhand einer RE:TOUR Karte wurde auf Video dokumentiert. Untenstehend einige exemplarische Sequenzen als Quicktime Movie.
Oase des Alltags [Quicktime]
Large 4.75 MB,  Medium 2.8 MB,  Small 1.5 MB
Überwachung [Quicktime]
Large 2.9 MB,  Medium 1.7 MB,  Small 0.9 MB
 
 
 
Das Projekt
RE:TOUR besteht aus einer Software, in der Orte und (Alltags-)Handlungen in digitaler Form re-kombiniert und zu einem unkonventionellen Stadtplan zusammengestellt werden können. Durch überlagern von realen Orten, Handlungen und fiktiven Raumfiltern wird eine Karte generiert, die ausgedruckt werden kannn. Diese Map führt einen zu den faszinierenden Orten des Alltags und lässt bekannte, unbewusst getätigte Alltagshandlungen durch Umkehrung aus neuer Perspektive erleben. RE:TOUR ermöglicht das Reisen und Driften durch den urbanen Datenraum, vergleichbar mit dem Surfen in virtuellen Welten.
 
Daten des Alltags
Die Software besteht aus einem grafischen Interface, über welches online auf eine Vielzahl von Raumfiltern, ortsspezifische Anweisungen und Alltags-Prozeduren zugegriffen werden kann. Der Datensatz beruht auf subjektiven Beobachtungen des städtischen Alltags.

 
Zerlegen und Re-kombinieren
Es werden insgesamt drei Schritte (Kartenschichten) benötigt, um mit der Software eine Karte zu generieren.
Das Prinzip ist dabei immer dasselbe: Der Benutzer lädt sich vom RE:TOUR Server eine Auswahl von Daten und positioniert die einzelnen Elemente auf der jeweiligen Karteschicht.
 
Karte generieren
Sobald der Benutzer alle Kartenschichten zusammengestellt hat, wird in wenigen Sekunden serverseitig eine neue Stadtkarte geniert: Die Vorderseite bildet eine Kartenmatrix, auf der Rückseite findet man Handlungsanweisungen.
 
Markierungen im Stadtraum
Nun ist die Karte fertig und die Reise durch den urbanen Datenraum kann beginnen. Im Verlauf der Stadttour werden dem Benutzer die ein wenig kryptisch anmutenden Grafiken und Handlungsanweisungen immer vertrauter und er lernt seine Karte richtig zu lesen.
Auf diese Weise wandert der Benutzer von Ort zu Ort und beschreibt ganz neue Wege und Stadtalgorithmen. An jedem realen Ort in der Stadt, gilt es sogenannte RE:TOUR Markierung zu finden. Dieser Stadtrundgang ist ein Zusammenspiel zwischen dem mentalen Raum der eigenen Imagination und dem realen Raum der Stadt.
 
Diplomausstellung [ 30. März- 06.April 2003 ]
Die Diplomausstellung der ersten Klasse und damit Pilot-Studienjahrgang des 1998 gegründeten Studienbereichs Neue Medien (SNM) an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ) fand im März / April 2003 im Kunstraum Walcheturm statt.

Auszug aus der Pressemitteilung: "Die gezeigten studentischen Abschlussprojekte zeichneten sich durch vielfältige Medienformate wie Softwareapplikationen, Netzarbeiten, Hardware-Schnittstellen, soziale Kommunikationsräume und Games aus. Sie sind gleichzeitig experimentelle offene Versuchsanlagen, die Informationen aus verschiedensten gesellschaftlichen Kontexten durcharbeiten, und so ein Aufbrechen eingefahrener Denk- und Verhaltensstrukturen sowie potentielle Handlungsmöglichkeiten eröffnen wollen.
Thematisch erschliessen die acht Abschlussarbeiten ein breites Spektrum. So können der Besucher, die Besucherin etwa am Computer einen abstrakten Stadtplan erzeugen, mit dem, in Anknüpfung an die Tradition der Situationisten ( mit einem Stadtplan von London durch Paris laufen ) eine reale Stadt (Zürich) mittels anfangs alltäglich erscheinender Handlungsanweisungen als urbaner Datenraum erlebt und erforscht werden kann."
 
Narrationen in der Medienkunst
[22. Mai 2003]

Eine Fachtagung für Dozierende und Studierende
der Schweizer Kunsthochschulen
An dieser Fachtung wurde unter anderem das Projekt RE:TOUR vorgestellt und diskutiert. Die Vortragsunterlagen sind in Form einiger HTML Seiten abrufbar.

retour@helmhaus

Auf dem xcult Server ist eine Dokumentation der gesamten Fachtagung zu finden.

http://www.xcult.ch/helmhaus/